ECOLA-Konferenz 2015

2. November 2015 - 12:22

Über das Potenzial von Putz

Auf der achten European Conference of Leading Architects (ECOLA) diskutierten 31 Teilnehmer aus 13 europäischen Ländern aktuelle Anwendungen und künftige Gestaltungsmöglichkeiten des Werkstoffes Putz. Höhepunkt der Konferenz war die Verleihung der ECOLA-Awards für die europaweit bemerkenswertesten Neubauten oder Sanierungen der vergangenen Jahre, „die an der Fassade oder im Innenraum ganz oder in wesentlichen Teilen durch den Baustoff Putz geprägt werden.“ Bereits zum achten Mal hatten die Sto SE & Co. KGaA und der Bundesverband Ausbau und Fassade im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes den Wettbewerb europaweit ausgelobt. Zur Konferenz eingeladen waren die fünf Preisträger des Jahres 2015 sowie alle Mitglieder der Nominierungs- und der Bewertungsjury.

Am 24. September 2015 startete die ECOLA mit einem Besuch der Universitätsstadt Oxford, wo die Teilnehmer von Wilkinson Eyre Architects durch das „Maggie’s Centre“, eine Tageseinrichtung für krebskranke Menschen und deren Angehörige, geführt wurden. Danach besuchte die Gruppe weitere aktuelle Bauten wie das St. Anthony’s College von Zaha Hadid. Am nächsten Konferenztag lauschten die Teilnehmer dem Vortrag „Cheerful Architecture – the real sustainer“ von Sir Peter Cook und der Keynote von Professor Brian Cody, die dem Leitsatz „There can be no good architecture without a good energy concept“ nachging.

Es folgte die Vorstellung der Gewinnerprojekte des ECOLA Awards. Der 1. Preis in der Kategorie Sanierung/ Renovierung/Umbau ging an das Büro wespi de meuron romeo architekten aus dem schweizerischen Scaiano für den Umbau eines Steinhauses im Dorfkern ihres Heimatortes. In der Kategorie Neubau freuten sich die Architekten von spacialAR-TE aus Porto über den 1. Preis, den sie für das High Performance Rowing Centre im portugiesischen Pocinho erhielten. Lobende Erwähnungen fanden Carlos Arroyo Architects (Madrid) für den „OostCampus“ im belgischen Oostkamp, das Atelier Zafari (Berlin) für sein Projekt „Housing at the old city wall“ in Berlin und Eric Lapierre Architecture aus Paris für seine „86 Apartments“ in Lyon.

Am Nachmittag gestalteten alle Teilnehmer ihre Visionen in Putz. In einer atemberaubenden englischen Gartenlandschaft in Medmenham, Buckinghamshire, verfasste jeder Architekt ein „Statement in Plaster“. Zur Teatime hielt Professor Enrique Sobejano (Nieto Sobejano Arquitectos, Madrid) einen beeindruckenden Vortrag über die Bedeutung des Materials Putz für seine Bauten. Während der festlichen Preisverleihung in der ehemaligen Abtei Bisham Abbey verliehen Jochen Stotmeister, Vorsitzender des Aufsichtsrats der STO Management SE, und Jürgen G. Hilger, Präsident des europäischen Verbands der Stuckateure (UEEP), die ECOLA Awards 2015. Am letzten Konferenztag führte Sir Peter Cook per Boot durch sein ganz persönliches London und brachte den Architekten die Stadt auf diese Weise von der Themse aus nahe. Mit einem Besuch der Sto-Werkstatt, einem Showroom im Londoner Stadtteil Clerkenwell, der aktuell eine Ausstellung von J. Mayer H. zu den ECOLAs der vergangenen Jahre zeigt, fand die Konferenz ihren Abschluss.

Foto: 
Bildunterschrift: 
Das Gastgeberland der ECOLA 2015 überzeugte mit Bilderbuchwetter.